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11.01.2012, 07:00 Uhr Übersicht | Drucken
Arnegger Ärger über Fahrplan Unterschriftenaktion für Stundentakt

Für Arnegg sind mit dem neuen Fahrplan einige Busse weggefallen, andere brauchen länger nach Ulm. Das sorgt in dem Blausteiner Teilort für Ärger. Nun sammeln einige Bürger dort Unterschriften.


"Allein morgens sind nach dem Fahrplanwechsel drei Busse nach Ulm weggefallen", sagt Traudl Rath. "Über die Woche verteilt sind 60 Prozent der Busse gestrichen worden", fügt Dieter Denk hinzu. Die beiden Arnegger sammeln - gemeinsam mit anderen - derzeit Unterschriften, in denen die stündliche Anbindung des Teilorts nach Blaustein und Ulm gefordert wird. Mehr als 200 sind es schon.

Traudl Rath muss des öfteren mit ihrem Mann nach Ulm zum Arzt. Mit dem seit 11. Dezember geltenden neuen Fahrplan seien die Verbindungen deutlich schlechter geworden. "Wir müssen viel früher fahren und haben in Ulm sehr lange Wartezeiten", sagt die Rentnerin. Habe es früher zum Teil alle halbe Stunde einen Bus nach Ulm gegeben, fahren sie nun nicht einmal mehr stündlich. Rund die Hälfte der Busse fährt nicht mehr direkt, die Fahrgäste nach Ulm müssen umsteigen - am Herrlinger Bahnhof oder am Rathaus Blaustein. Das verlängert die Fahrzeit, was Schüler trifft, die nach Ulm fahren und dort ein zweites Mal umsteigen müssen, um mit dem Stadtbus etwa an den Kuhberg zu kommen. Sie müssen nun eine halbe Stunde früher losfahren. "Fast eineinhalb Stunden für zehn Kilometer Strecke ist schon hart", findet eine Arnegger Mutter.

Zudem taucht so manche Absonderlichkeit im Fahrplan auf: So fährt um 6.16 Uhr ein Bus der Linie 38 von Arnegg nach Herrlingen, wo die Schüler aussteigen müssen. "Dort stellt der Busfahrer an der Anzeige die Linie 36 ein, fährt leer auf die Birkebene, sammelt dort die Fahrgäste ein und fährt wieder an den Herrlinger Bahnhof, wo die Arnegger Schüler wieder in den gleichen Bus steigen", erzählt die Mutter. "Die Kinder stehen acht Minuten in der Kälte, um wieder in den gleichen Bus einzusteigen." Für sie unverständlich. "Warum lässt man die Kinder nicht einfach sitzen?"

"Das soll geändert werden", sagt Seylan Nogaybel, Verkehrsmanagerin vom Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB). Ab wann die Kinder sitzen bleiben können, konnte sie nicht sagen, wahrscheinlich nach Fasching. Seylan Nogaybel räumt ein, dass es mit der Fahrplanumstellung "einige Anfangsschwierigkeiten" gegeben habe, was angesichts der vielen Änderungen nicht verwunderlich sei. So wurde ein Bus morgens von der Gefäßklinik Berg durchs Wohngebiet Pfaffenhau zur Ludwig-Uhland-Schule beim Schulzentrum Blaustein "schlicht vergessen". Das Problem sei sofort gelöst worden, sodass die Kinder nun zur Schule kommen, sagt die Verkehrsmanagerin, die betont, dass noch einige weitere Punkte überarbeitet werden. Sie stellt aber auch klar: "Zusätzliche Verbindungen für Arnegg wird es nicht geben."

Der neue Fahrplan war nötig geworden, weil mit dem Bau der Blausteiner Osttangente die Busse künftig nicht mehr durch die Hummelstraße, sondern durch die Ehrensteiner Straße fahren werden. Zudem sollte die Anbindung von Bermaringen, Weidach und der Birkebene verbessert sowie das Wohngebiet Pfaffenhau an den öffentlichen Nahverkehr und an die Stadtbusse am Eselsberg angebunden werden. Das ist zum Großteil gelungen - die Arnegger haben das Nachsehen.


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